Table of Contents
- Freelance-Visum oder eigene Firma in Dubai. Ab welchem Umsatz lohnt sich was?
- Was das Freelance-Visum abdeckt
- Was eine eigene Firma zusätzlich möglich macht
- Die Kostenseite 2026 im Klartext
- Steuern, der eigentliche Wendepunkt
- Ab welchem Umsatz lohnt sich die eigene Firma?
- Visum, Mitarbeiter und Familie
- Wie Banken und Kunden die beiden Wege sehen
- Freelance-Visum oder eigene Firma in Dubai, kurz gegenübergestellt
- Häufige Fragen
- Entscheiden Sie nach dem Umsatz, den Sie erwarten, nicht nach dem, den Sie heute haben.
Freelance-Visum oder eigene Firma in Dubai. Ab welchem Umsatz lohnt sich was?
Am Ende hängt die Entscheidung zwischen Freelance-Visum und eigener Firma in Dubai nur von Ihrem Umsatz ab. Beide Möglichkeiten sind legal und ermöglichen Ihnen den Erhalt eines Aufenthaltsvisums. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich beim Preis, bei den Steuern und bei den späteren Möglichkeiten.
In diesem Beitrag lesen Sie, ab wann sich der Wechsel vom Visum zur eigenen Firma im Jahr 2026 lohnt. Sie erfahren auch, wo Sie die höheren Kosten leicht vermeiden können.
Was das Freelance-Visum abdeckt
Mit einem Freelance-Visum arbeiten Sie alleine. Sie schreiben Rechnungen auf Ihren eigenen Namen für eine Arbeit, die in der Freizone erlaubt ist, zum Beispiel Beratung, Medien oder Technik. Zwischen Ihnen und Ihren Kunden steht keine Firma. Sie selbst sind das Geschäft.
Die meisten Permits kommen aus Freizonen, nicht vom Mainland. SHAMS in Sharjah, RAKEZ in Ras Al Khaimah, IFZA oder die GoFreelance-Cluster von TECOM in Dubai hört man am häufigsten. Einen vollständigen Überblick über die Geschäftslizenzen in Dubai finden Sie in unserem Leitfaden.
Ein Punkt für 2026, den Sie vor der Zahlung wissen sollten: Die GoFreelance-Cluster in Dubai geben zwar weiterhin Permits aus. Sie haben jedoch die Vergabe neuer Aufenthaltsvisa gestoppt. Wer in Dubai lebt, nutzt deshalb meist ein Permit aus den nördlichen Emiraten, oft von RAKEZ oder SHAMS, zusammen mit einem Wohnsitz in Dubai. Das ist erlaubt. Ein Freizonen-Permit schreibt nicht vor, wo Sie wohnen.
Für eine Beraterin oder einen Berater, die allein arbeitet und nur wenige Kunden hat, reicht das meistens völlig aus.
Was eine eigene Firma zusätzlich möglich macht
Eine eigene Firma ist eine eigenständige juristische Person, in der Regel eine FZ-LLC in einer Freizone oder eine LLC auf dem Mainland. Die Gesellschaft unterzeichnet Verträge, hält das Bankkonto und kann mehrere Tätigkeiten unter einem Firmennamen bündeln. Wie der Aufbau abläuft, zeigt unser Beitrag zur Firmengründung Schritt für Schritt.
Der praktische Vorteil ist Spielraum. Sie können Mitarbeiter einstellen, Visa für Angestellte und deren Familien sponsern sowie Tätigkeiten anmelden, die Sie vielleicht erst nächstes Jahr aufnehmen. Größere Kunden und Behörden zahlen außerdem lieber an eine Gesellschaft als an eine Einzelperson. Passt eine Freizone zu Ihnen? Lohnt sich ein Blick auf die Freezone-Firma? Und welche Lizenz konkret die richtige ist, klärt unser Beitrag dazu, welche Geschäftslizenz Sie benötigen.
Wer sich weiterentwickeln möchte, sieht die Firma nicht nur als Kosten. Er sieht sie als Basis.
Die Kostenseite 2026 im Klartext
Am ersten Tag ist der Unterschied vor allem eine Frage des Preises.
Ein Freelance-Permit kostet allein etwa AED 5.750 bis 7.500 im Jahr in den günstigeren Zonen wie SHAMS oder RAKEZ. Wenn Sie Aufenthaltsvisum, Medizincheck, Emirates ID und Pflichtversicherung dazurechnen, zahlen Sie im ersten Jahr realistisch zwischen AED 8.000 und 22.000, je nach Zone. Der Dubai-Name GoFreelance kostet mehr und führt auf Ihrer Rechnung eine Dubai-Adresse auf. Das zählt bei manchen lokalen Kunden, bei internationalen aber nicht.
Eine eigene Firma zu gründen und zu führen ist teurer. Die Lizenz allein kostet bei Meydan etwa AED 12.500 und bei IFZA etwa AED 12.900. Mit Visum und Flexi-Desk liegen die Kosten im ersten Jahr für eine Servicegesellschaft meist zwischen AED 18.000 und 30.000. Für die laufenden Ausgaben sollten Sie mit etwa AED 20.000 pro Jahr rechnen. Unser Überblick über die Kosten der Firmengründung in Dubai zeigt die einzelnen Posten auf.
Kurz: Am Anfang ist das Freelance-Visum besser. Das ist aber nur selten alles.
Steuern, der eigentliche Wendepunkt
Viele unterschätzen das an dieser Stelle. Hier liegt auch der Grund, warum man über den reinen Anschaffungspreis hinausdenken sollte.
Mit einem Freelance-Permit gelten Sie steuerlich als natürliche Person. Sobald Ihr Umsatz im Kalenderjahr AED 1 Million übersteigt, müssen Sie sich bei der Federal Tax Authority zur Körperschaftsteuer anmelden. Auf den Gewinn ab AED 375.000 werden 9 Prozent fällig, davon 0 Prozent. Wer die Frist verpasst, zahlt eine feste Strafe von AED 10.000.
Für kleinere Umsätze gibt es eine Entlastung. Bleibt Ihr Umsatz bei höchstens AED 3 Millionen, können Sie den Small Business Relief wählen. Sie werden dann für den Zeitraum so behandelt, als hätten Sie kein steuerpflichtiges Einkommen. Sie müssen diesen Antrag in jeder Erklärung machen. Hier gibt es aber einen Haken beim Datum. Die Entlastung gilt nur für Steuerzeiträume, die bis zum 31. Dezember 2026 enden. Danach läuft sie in ihrer jetzigen Form aus. 2026 kann also das letzte Jahr sein, in dem Sie dadurch sparen.
Und jetzt kommt der Punkt, der die Entscheidung verändert. Nur Gesellschaften können den 0-Prozent-Satz der Freizonen und die Regelung zur Qualifying Free Zone Person nutzen. Eine Einzelperson mit Freelance-Permit hat darauf keinen Anspruch. Eine FZ-LLC kann dagegen unter bestimmten Bedingungen 0 % auf qualifizierende Einkünfte zahlen. Dabei ist es wichtig: Der Satz gilt nicht automatisch. Es kommt darauf an, woher Ihre Einkünfte stammen und ob Sie die Substanzanforderungen erfüllen. Umsätze mit Kunden auf dem UAE-Mainland werden häufig nicht berücksichtigt. Umsätze mit ausländischen oder anderen Freizon-Kunden zählen eher. Unser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen den beiden Wegen im Detail: QFZP und SBR.
Die Mehrwertsteuer wird separat behandelt. Die Registrierung ist ab einem steuerpflichtigen Umsatz von AED 375.000 verpflichtend. Ab AED 187.500 ist sie freiwillig, unabhängig davon, ob es sich um eine Genehmigung oder eine Lizenz handelt.
Sobald Sie registriert sind, müssen Sie die Körperschaftsteuererklärung abgeben. Führen Sie daher am besten von Beginn an eine systematische Buchführung, beispielsweise mit einer speziellen Buchhaltungssoftware oder einer Vorlage, die alle Einnahmen und Ausgaben detailliert erfasst. Eine solche strukturierte Dokumentation erleichtert nicht nur die Steuererklärung, sondern hilft auch, Fehler oder Nachfragen seitens der Behörden zu vermeiden. Ein kurzer Termin beim Steuerberater lohnt sich meist schon früh.
Ab welchem Umsatz lohnt sich die eigene Firma?
Die ehrliche Antwort umfasst drei Bereiche. Keiner davon ist eine klare Grenze.
Bei einem Umsatz von etwa AED 1 Million ist das Freelance-Visum fast immer die günstigere Wahl. Sie zahlen keine oder nur sehr wenig Körperschaftsteuer. Die höheren festen Kosten einer Firma verschaffen Ihnen steuerlich keinen Vorteil. Wer den Markt erst testen will, macht damit alles richtig.
Zwischen AED 1 und 3 Millionen wird es zur Rechenfrage. Bis Ende 2026 deckt der Small Business Relief diesen Bereich weiterhin ab. So kann auch ein Freelancer bei null landen. Sobald diese Entlastung ausläuft, verschiebt sich das Bild. Dann wird die Firma mit einer möglichen QFZP-Behandlung interessant.
Wenn Sie deutlich mehr als AED 3 Millionen verdienen oder einen hohen Gewinn erzielen, spricht steuerlich vieles für die Gründung einer eigenen Gesellschaft. Das gilt, wenn Ihre Einkünfte für den 0-Prozent-Satz in Frage kommen.
Ein Beispiel macht das klar. Nehmen wir AED 1,4 Millionen Umsatz und AED 200.000 abzugsfähige Kosten an. Der Gewinn beträgt AED 1,2 Millionen. Als natürliche Person ohne Entlastung zahlen Sie auf AED 375.000 keine Steuern. Auf AED 825.000 zahlen Sie 9 Prozent. Das sind insgesamt AED 74.250 Steuern. Eine qualifizierende FZ-LLC zahlt auf denselben Gewinn 0 Prozent. Die Differenz von etwa AED 74.000 übertrifft die pro Jahr um rund AED 10.000 bis 20.000 höheren Firmenkosten deutlich.
Der Haken bleibt derselbe. Qualifizieren sich Ihre Einkünfte nicht für den 0-Prozent-Satz, zahlen Sie auch als Firma 9 Prozent. Dann entscheidet nicht die Steuer, sondern ob Sie einstellen, leichter an Banken herankommen und seriöser wirken wollen. Welche Struktur dazu passt, zeigen unsere Beiträge zu Free Zone, Mainland oder Offshore sowie zur Wahl zwischen DMCC und DED.
Visum, Mitarbeiter und Familie
Ein Freelance-Permit umfasst meist ein Aufenthaltsvisum, also Ihr Visum. Sie können Ihren Ehepartner oder Ihre Kinder sponsern, wenn Sie ausreichend verdienen und Wohnraum haben. Die Angestellte sponsert das Permit jedoch nicht.
Eine Firma schon. Sie kann Mitarbeiter und Angehörige sponsern, wobei die Zahl der Visa meist an Ihr Büro oder an den Flexi-Desk gebunden ist. Für eine Beraterin, die auch nur eine Assistenz einstellen will, ist das der einzige Unterschied. Wie lange das dauert, zeigt unser Leitfaden zur Bearbeitungsdauer des Aufenthaltsvisums, und der Visumsprozess beschreibt, was wir direkt übernehmen.
Wie Banken und Kunden die beiden Wege sehen
Beim Verkauf von Wissen spielt der Eindruck eine wichtige Rolle.
Manche Kunden zahlen problemlos an eine Einzelperson. Andere, zum Beispiel große Agenturen, staatsnahe Auftraggeber oder regulierte Firmen, verlangen beim Einkauf eine Handelslizenz, eine Steuernummer und ein Firmenkonto. Wenn Ihre Zielkunden zu dieser zweiten Gruppe gehören, erspart Ihnen eine Lizenz viel Erklärungsaufwand, den Sie sonst monatelang hätten.
Beim Banking gilt die gleiche Logik. Eine Firma mit klarer Struktur und echter Adresse bekommt schneller ein Konto. Freelancer eröffnen auch Geschäftskonten. Sie erhalten jedoch häufiger Nachfragen zu Ihrer Arbeit und zum erwarteten Umsatz. Wie genau das abläuft, erklären wir in „Geschäftskonto in Dubai eröffnen“. Warum Anträge scheitern, steht in „Geschäftskonto in Dubai abgelehnt“.
Freelance-Visum oder eigene Firma in Dubai, kurz gegenübergestellt
Eine kurze Übersicht vor der Empfehlung.
| Kriterium | Freelance-Visum | Eigene Firma |
|---|---|---|
| Rechtsform | Sie als Einzelperson (natürliche Person) | Eigenständige juristische Person |
| Einstiegskosten 2026 | ca. AED 8.000–22.000 im ersten Jahr | ab ca. AED 18.000–30.000, je nach Zone |
| Tätigkeiten | meist eine genehmigte Kategorie | mehrere unter einem Firmennamen |
| Mitarbeiter | nicht möglich | möglich |
| Visa | vor allem Ihres, Familie bei Kriterien | Angestellte und Angehörige |
| 0-%-Satz Freizone (QFZP) | nicht für Einzelpersonen | möglich für qualifizierende FZ-LLC |
| Passend bei Umsatz | bis rund AED 1 Mio. | ab etwa AED 1 Mio. aufwärts, je nach Einkünften |
| Stärke | schlank und günstig | Wachstum, Team, größere Verträge |
Häufige Fragen
Ab welchem Umsatz muss ich in Dubai Körperschaftsteuer zahlen?
Ist ein Freelance-Visum billiger als eine eigene Firma?
Zahlt ein Freelancer in Dubai wirklich 0 Prozent Steuern?
Kann ich später vom Freelance-Visum zu einer Festanstellung in einer Firma wechseln?
Kann ein Freelance-Visum meine Familie sponsern?
Entscheiden Sie nach dem Umsatz, den Sie erwarten, nicht nach dem, den Sie heute haben.
Wenn Sie nicht raten wollen, klärt ein kurzes Gespräch, welcher Weg zu Ihren Zahlen passt. Buchen Sie eine kostenlose Beratung oder nehmen Sie Kontakt auf.
Experten für Unternehmensgründung in den VAE
Dubai Consultant ist ein Beratungsunternehmen für Unternehmensgründungen, das internationale Unternehmer, Start-ups und Investoren bei der Gründung von Firmen in Dubai und den VAE unterstützt. Wir bieten eine umfassende Betreuung – von der Firmengründung über die Lizenzierung in Freihandelszonen oder auf dem Festland (Mainland) bis hin zu Corporate Banking, Visa-Service und der Einhaltung regulatorischer Vorschriften –, um die Unternehmensgründung einfach, effizient und reibungslos zu gestalten.
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